Mehr ältere Menschen, weniger Pflegekräfte
Die Menschen werden immer älter, doch Pflegekräfte sind rar. Weniger Fachkräfte müssen sich also um mehr pflegebedürftige Menschen kümmern. Mit anderen Worten: Das Pflegesystem gerät an seine Grenzen, ein Kollaps scheint unvermeidlich.
Es sind jedoch vor allem diese Punkte, die Druyen Grund zu Optimismus geben: Zum einen kann KI uns bei der Aufrechterhaltung unserer individuellen Gesundheit erfolgreich unterstützen – zum Beispiel dadurch, dass sie unseren Körper und unsere Fitness rund um die Uhr überwacht, die Einnahme von Tabletten harmonisiert und vieles mehr. Die Konsequenz: Das Leben wird länger und gesünder – Menschen können länger selbstbetreut leben, ohne in ein Pflegeheim gehen zu müssen.
Zum anderen wird die Pflege als Beruf in Zukunft umfassend von KI und Technologie unterstützt: Pflegeroboter werden viele Aufgaben übernehmen, die Zeit und Kraft kosten, zum Beispiel die Hilfe beim Treppensteigen, Muskeltraining oder die Verpflegung von Patienten. KI kann außerdem zahlreiche Aufgaben übernehmen, die die Pflege begleiten, so etwa die bislang aufwändige Pflegedokumentation.
Pflege: auch in Zukunft systemrelevant
Pflege ist damit in Zukunft keinesfalls überflüssig, sondern einfacher zu leisten – und sie bleibt weiterhin systemrelevant. Anders gesagt: eine zentrale Stütze unserer Gesellschaft. Für Druyen steht fest: „Letztlich hat es die Menschheit geschafft, die eigenen Schwächen durch Technologie zu kompensieren. Allerdings wird es jetzt unbedingt erforderlich, diese gigantischen Fortschritte allen Milieus zur Verfügung zu stellen.“
Die Pflege für die Zukunft zu stärken, ist somit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – und eine Forderung, der Druyen zusammen mit Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerates e. V., in ihrem gemeinsamen Buch „Pflege. Zukunft. Menschenrecht. Zehn Empfehlungen für die Pflege von morgen“ Nachdruck verleiht.
Zum Interview mit der Frankfurter Rundschau geht es über den obenstehenden Link, ebenso zu weiteren Informationen zum Buch „Pflege. Zukunft. Menschenrecht.“.